Zuweilen sehe ich auf Wänden und Tapeten reiche, wandelbare Bildnissen. Tapetum, übers dort hinaus.
Disegni – beide Strich-Ufer dem Blatt entschneiden und aus dem Grund lösen, von ihrem Zusammenhang dividierte Schnitt-Striche, so dass sich Blatt und Zeichnung gegenseitig entlassen. Die Zeichnung entzweit sich und verliert ihren (einhelligen) Ort. In die jeweils anderen aufgehoben, spalten sich Skizzen in Stanzen und Schatten (distanziert), und Zirkumstanzen, Découpagen.
Ich hänge sie an Insektennadeln vor die Wand, versehe den Raum mit einem Spalier von Merkmalen, aus Papierparzellen separierte, Ortlose.
Die Nadelenden (Kuppen, Spitzen) sind die Sicht- und Stichstellen, Touchierpunkte in Figuration und Fond, die jetzt der Spanne Zustand geben, wie Bruch- und Bindestrich. Und Schatten fallen (fallen aus).
in:
Katharina Hinsberg: [Bildnissen], in: Kunstpreis 1999/2000, hg. von Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Ausst. Kat. Sprengel Museum Hannover, Bonn 1999, S. 48f.
Katharina Hinsberg: Bildnissen, in: Edith Wahlandt Galerie (Hg.): Katharina Hinsberg. Die Annahmen der Linie, Stuttgart 2007, S. 18.
Katharina Hinsberg: [Bildnissen], in: Kunstpreis 1999/2000, hg. von Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Ausst. Kat. Sprengel Museum Hannover, Bonn 1999, S. 48f.
Katharina Hinsberg: Bildnissen, in: Edith Wahlandt Galerie (Hg.): Katharina Hinsberg. Die Annahmen der Linie, Stuttgart 2007, S. 18.