Notat

Katharina Hinsberg

Nach dem Abbau einer Ausstellung erscheinen die leeren Wände anders als zuvor. Eine fehlende Zeichnung hat ihr Jetzt im Abwesenden. Ihr Mangel ist markiert, ist nicht selbst, sondern nur indem etwas vorstellbar darin enthalten ist. Fehlendes nehme ich nur auf den Hintergrund eines Unversehrten wahr. Die Zeichnung fehlt – im Schlagschatten einer Erinnerung – augenscheinlich nur dann, wenn ich sie zuvor gesehen habe. Darin ist sie aufgehoben.

in:

Katharina Hinsberg: Notat, in: Edith Wahlandt Galerie (Hg.): Katharina Hinsberg. Die Annahmen der Linie, Stuttgart 2007, S. 20.