Ein zumindest denkbarer Umgang mit bildtheoretischen oder bildspezifischen Fragen ist für mich folgender: Indem ich einen Begriff ›Bild‹ anführe, könnten mich auch die Anführungsstriche interessieren, die den Begriff einklammern. Diese könnte ich ausschneiden, sodass sie zu kleinen Ösen würden, zu Stanzen, also zu Räumen zwischen dem Wort selbst und seinen Kontexten. Von dort aus könnte ich den Text sogar verlassen, um vielleicht auf die andere Seite des Blattes zu gelangen, welche ich mir denn leer vorstelle – bis auf die Anführungszeichen, die als Löcher den (Wort-) Raum von ›Bild‹ als Fehlstelle markieren. Indem ich einerseits etwas umgehe, stellt sich andererseits also etwas ein, was das Wort ›Bild‹ nur mehr als Stelle markiert oder einrahmt, also etwas herstellt, was dem Wort in anderer Weise, als Kehrseite, entspricht oder vielleicht irgendwie ebenbildlich ist.
Text vom 24. Juni 2005
in:
Katharina Hinsberg: Umgang, in: Edith Wahlandt Galerie (Hg.): Katharina Hinsberg. Die Annahmen der Linie, Stuttgart 2007, S. 154.
Katharina Hinsberg: Umgang, in: Edith Wahlandt Galerie (Hg.): Katharina Hinsberg. Die Annahmen der Linie, Stuttgart 2007, S. 154.